Standpunkt - Reinheitsgebot vs. Vielfalt


Silvio Pasquale, Co-Geschäftsführer DrinkScout.ch

Das Reinheitsgebot schränkt die Vielfalt des Geschmacks ein. Gemäss diesem Gebot darf das Bier lediglich aus den Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe bestehen. Ergänzende Zutaten wie Reis, Apfel, Honig, Pfefferminz etc. sind nicht erlaubt. Aber braucht es diese Fremdkörper im Bier wirklich?

 

Beim Bierkonsum handelt es sich um ein emotionales Thema. Die Herkunft und die Produktionsweise des Biers sind den Konsumenten sehr wichtig. Regionales Bier wird oft höher bewertet als industriell hergestelltes Bier. Das Bier vom Brauer nebenan schmeckt einfach besser, denn man kennt ihn und verbindet das Bier auf emotionaler Ebene mit dem Brauer. Aber auch bei der Definition von Bier scheiden sich die Geister. Für viele ist beispielsweise ein Panaché oder sogar schon ein Light-Bier kein echtes Bier. Es soll Biersorten geben die männlich sind und andere die eher feminin behaftet sind.

 

Bier kann und soll nicht für jedermann sein. Geschmack ist individuell und es darf ruhig mit Zutaten experimentiert werden, solange die Seele des Biers nicht verloren geht. Das Reinheitsgebot muss zumindest als Basis dienen, welche mit weiteren Aromen ergänzt werden kann. Sofern die Würze und der mehr oder weniger bittere Hopfen den Geschmack definieren, steht der Vielfalt nichts im Wege.

 

Das Reinheitheitsgebot hat seinen Ursprung in gesundheitlichen Aspekten. Bier hat zwar nicht unbedingt eine heilende Wirkung, aber es kann immerhin vor Infektionen schützen. Die Menschheit, so sagt der Mythos, habe die Pest nur dank dem Bier überlebt. Denn das Aufkochen der Bierwürze tötet krankheitserregende Bakterien ab und schützt so den Biertrinker vor verschmutztem Wasser. Dennoch können giftige Stoffe beim Kochen mit dem Bier in Kontakt kommen, wenn beispielsweise Pflanzen oder Pilze hinzugefügt werden. Das Reinheitsgebot verbietet aber solche zusätzlichen Stoffe, da lediglich die unproblematischen Zutaten Wasser, Malz und Hopfen beim Bierbrauen erlaubt sind.

 

Bier soll vielfältig sein, jedoch seinen Charakter durch ein zu starkes Vermischen mit Zusatzstoffen wie Apfelsaft oder Reis nicht verlieren. Die Schweizer Biervielfalt zeigt, dass man mit oder ohne zusätzliche Aromen genussvolle Biersorten herstellen kann. Auf DrinkScout.ch kann man diese Vielfalt entdecken. Hier findet man das regionale Bier vom Bierbrauer nebenan.

 

 


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